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Speed Reading in eBooks mit Farbleitsystem

Für das schnellere Lesen von Online-Texten setzen Anbieter derzeit vor allem auf die Anzeige von einem Wort auf einmal. Amazon implementiert eine solche Speed Reading Funktion gerade in seine Kindle-App, auch epub-eBooks können so gelesen werden. Eine neue App verfolgt einen anderen Ansatz: Farbliche Akzentuierungen sollen die Erfassung erleichtern.

Die Spritz!-Technologie hat inzwischen nicht nur auf einigen Websites Einzug erhalten (temporär auch bei Bild.de), auch in E-Reading-Apps auf Smartphones, Tablets und sogar Smartwatches kann auf diese Weise schnellgelesen werden. Spritz! wie auch Amazon mit seinem Word Runner bieten für die Lektüre nur einen kleinen Text-Schlitz, in dem Wort für Wort durchfließt.

Beeline: Schneller Lesen mit Farbverläufen

Beeline auf lesen.net

Beeline auf lesen.net

Durch eine damit gegebene höhere Fokussierung auf die Wörter und eine Hervorhebung einzelner Wortbestandteile ist eine bis zu vierfach schnellere Lektüre möglich, so das Versprechen. Andererseits kann bei einem schnellen Durchtickern das Textverständnis auf der Strecke bleiben. Viele Lesende fühlen sich außerdem getrieben und unter Druck gesetzt – für fiktionale Texte, die zur Entspannung und Inspiration dienen, scheinen Spritz!, Word Runner & Co. kaum geeignet.

Das US-Startup Beeline geht bei seiner Speed Reading Technologie andere Wege. Der Umfang der Textanzeige ändert sich nicht, wohl aber die Colorierung. Farbverläufe sollen dem Auge vor allem dabei helfen, sicher und komfortabel vom Ende einer Zeile zum Beginn der nächsten zu gelangen. Damit soll eine Erhöhung der Lesegeschwindigkeit in Höhe von 50 Prozent und mehr möglich sein.

Beeline gibt es als Browser-Plugin schon eine ganze Weile. Die ersten 30 Nutzungstage sind kostenlos, danach lassen sich ohne Premium-Plan nur noch maximal 5 Texte täglich einfärben. Weil sich Beeline nur an der Formatierung orientiert und nicht an den Wörtern beziehungsweise deren Betonungen, funktioniert das Angebot mit beliebigen Texten und in beliebiger Sprache – anders als Word Runner für Kindle, das zunächst nur für speziell aufbereitete eBooks sein wird.

ReadMe! Erste Lese-App mit Beeline-Integration

Als erste Lese-App hat jetzt ReadMe! (Google Play, iOS) die Beeline-Technologie integriert, wie zuerst das Fachblog The eBook Reader vermeldet hat. Damit lassen sich zuvor in die App geladene eigene epub- und pdf-Dateien colorieren und damit idealerweise besser lesen. Die Farbwahl kann dabei frei angepasst werden.

Auch Spritz! ist bei ReadMe übrigens an Bord. Bei der Integration haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet, so gibt es eine Bremse nebst Rückspuloption – das folgende Video bietet eine Demonstration.

Entspannteres Speed Reading

Eingefärbte Texte haben gegenüber Ticker-Boxen unbestreitbare Vorteile, gerade für die Lektüre von Belletristik. Leser können ihr eigenes Tempo finden und werden nicht von der App unter Druck gesetzt, permanent auf einen Punkt fokussiert und bei der Sache zu sein – das mag der Leseschwindigkeit zuträglich sein, nicht unbedingt aber dem Wohlbefinden.

Naturgemäß funktioniert Beeline nur auf LC-Panels, eBook Reader mit ihren Graustufendisplays bleiben außen vor. Wer auch “konventionell” angezeigte Texte schneller lesen will, findet auf unserer Infoseite Speed Reading weiterführende Informationen sowie einen Vergleich von Lehrangeboten.

 

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[…] Johannes Haupt: Speed Reading in eBooks mit Farbleitsystem […]

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Beeline: Speed Reading mit Farbverläufen | AUTHORS CHOICE 13. Oktober 2015 um 08:37

[…] lesen.net, fastcodesign.com, gizmodo.com […]

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