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Tolino

Tolino-Logo

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Unter dem Namen Tolino werden seit dem Frühjahr 2013 eBook Reader und Lese-Tablets verkauft. Die so genannte Tolino-Allianz ist ein Zusammenschluss der größten deutschen Buchhandelsketten, im deutschen eBook-Markt die Dominanz von Amazon und seiner Kindle-Plattform zu brechen.

Die Gründungsmitglieder der Tolino-Allianz sind die Buchhandelsketten Thalia (inklusive buch.de, bol.de), Weltbild (inklusive buecher.de), Hugendubel und der Club Bertelsmann. Hinzu kam anfangs die Deutsche Telekom als Technologiepartner. Im Herbst 2014 schloss sich außerdem der Grossist Libri der Tolino-Allianz an, womit Tolino-Geräte jetzt auch vom unabhängigen Buchhandel verkauft werden. Im Herbst 2015 kamen die Regionalfilialisten Osiander und Mayersche hinzu. Der Club Bertelsmann hingegen hat zum Jahresende 2015 endgültig seine Pforten geschlossen und verabschiedete sich somit auch aus der Tolino-Allianz. Anfang 2017 verabschiedete sich schließlich der Technologiepartner Telekom aus der Tolino-Allianz. An dessen Stelle trat der E-Reading-Spezialist Kobo, von dem künftig auch die eBook Reader kommen. 

Tolino-Allianz: Gemeinsam stark gegen Amazon

Alle in der Tolino-Allianz organisierten Händler verkauften schon vor dem Zusammenschluss E-Reading-Hardware. Thalia versuchte sich beispielsweise an einer Kindle-Alternative namens Oyo und hatte lange Sony Reader im Programm, Weltbild verkaufte unter eigenem Namen eBook Reader von Trekstor. Weder hardwareseitig noch funktional konnten diese Geräte der Kindle-Familie aber das Wasser reichen, entsprechend wuchsen die Marktanteile von Amazon unentwegt.

Die Tolino-Plattform ist konzipiert als offene Alternative zum Amazon-Ökosystem. So verkaufen Thalia, Weltbild & Co. eBooks im epub-Format und (auf Verlagswunsch) mit dem verbreiteten Adobe-Kopierschutz, der auch von allen Tolino-Geräten unterstützt wird. Somit können etwa auch bei Kobo gekaufte oder in der Onleihe geliehene eBooks auf einem Tolino geschmökert werden.

Umgekehrt kann, entscheidet man sich später für den eBook Reader eines anderen Herstellers (außer Amazon), die eBook-Bibliothek mitgenommen werden. Bei Kindle-Lesegeräten gibt es hingegen einen “Lock-In-Effekt”, zumindest legal (sprich ohne rechtswidrige DRM Entfernung) lassen sich im Kindle Store gekaufte eBooks nicht auf dem eBook Reader einer anderen Marke lesen.

Tolino: Aktuelle Geräte-Familie

Mit dem Tolino Shine stellten die Tolino-Alliierten im Frühjahr 2013 ihr erstes Produkt vor. Bei der Hardware orientierte man sich am Kindle Paperwhite, wie das damalige Topmodell von Amazon verfügte auch der Tolino Shine über ein beleuchtetes Sechs-Zoll-E-Ink-HD-Display (1024x758px).

Bei der Tolino-Firmware gab es anfangs noch viel Luft nach oben. Im ersten Tolino Shine Test vermissten wir selbst rudimentäre Optionen wie eine anpassbare Ausrichtung, Wörterbücher und Markier- und Notizfunktion. In den folgenden Monaten besserte die Tolino-Allianz hier aber deutlich nach. Mehr dazu unten. 

Im Herbst 2013 erschien eine Neuauflage des Tolino Shine mit etwas reaktionsschnellerem Display, außerdem mit den Tolino Tabs 7 und 8,9″ die ersten Tolino Tablets. Das Jahr 2014 brachte den Tolino Vision 1 und 2 sowie das Tolino Tab 8, das die beiden alten Tolino Tabs ablöste.

Im Herbst 2015 schließlich wurde ein neuer Tolino Shine mit der Modellbezeichnung 2 HD sowie der Tolino Vision 3 HD vorgestellt. Ein neues Tablet wurde nicht präsentiert. Bislang jüngste Neuzugänge sind das unbeleuchtete Einstiegsgerät Tolino Page sowie der Tolino Vision 4 HD im Herbst 2016.

Im Folgenden stellen wir die aktuelle Modellfamilie ausführlich vor. Einen Vergleich mit den Lesegeräten von Kindle, Pocketbook & Co. gibt es auf unserer Infoseite eBook Reader Vergleich

Tolino kaufen: Viele Anbieter zur Auswahl

Bedingt durch die Struktur der Tolino-Allianz haben Lesefreunde beim Gerätekauf die Qual der Wahl. Alle großen deutschen Buchhändler haben die Tolino-Modelle im Sortiment und locken immer wieder mit eigenen Aktionsangeboten um die Gunst der Interessierten.

Auf einem neu gekauften Tolino-Lesegerät ist außerdem der eBook Shop des Tolino-Partners vorinstalliert, bei dem das Gerät geordert wurde. Eine Änderung dieser Auswahl ist nicht möglich. Kauft man sich etwa einen Tolino bei Thalia und will seine eBooks dann künftig über Hugendubel beziehen, führt der Weg nur über die Online-Seite des Münchner Buchhändlers. Dank des Tolino-Features “Bibliotheksverknüpfung” landen bei Hugendubel gekaufte eBooks dann immerhin trotzdem recht einfach im Gerätespeicher des “Thalia-Tolino”. 

Die Sortimente der großen deutschen Buchhändler gleichen sich außerdem ohnehin sehr weitreichend, so dass dieser Punkt weitgehend vernachlässigt werden kann. Es sei denn, man liest viele fremdsprachige eBooks, denn diese sind von der Buchpreisbindung ausgenommen und hier macht jeder Händler seine eigenen Preise, die schon einmal deutlich schwanken können.

Eine gängige Alternative zum Neukauf ist gebrauchte Ware, und auch Tolino-Lesegeräte sind bei ebay und “Remarketing”-Anbietern wie Rebuy und Momox viel gehandelte Produkte. Aufgrund der überschaubaren Entwicklungssprünge in den letzten Jahren sind allerdings auch für recht alte Modelle in der Regel noch Preise zu bezahlen, für die man im Rahmen eines Aktionsangebots schon einmal ein Neugerät kommt. Bei einem Neukauf muss man sich außerdem nicht um den Status des Akku und sonstige Gebrauchsspuren sorgen und hat volle Garantie und – beim Online-Kauf – ein 14-tägiges Widerrufsrecht, weshalb wir bei dedizierten Lesegeräten tatsächlich auch eher zum Neukauf raten. 

Tolino Vision 4 HD

Tolino Vision 2

Tolino Vision 4 HD

Der Tolino Vision 4 HD ist das aktuelle Top-Modell der Tolino-Allianz. Der eBook Reader kam im November 2016 zum Preis von 179 Euro in den Handel. Geboten werden eine durchgehende Frontverglasung und damit ein moderner Look ähnlich dem von Tablets und Smartphones. Die Bedienung erfolgt über das berührungsempfindliche, beleuchtete E-Ink-Carta-HD-Display (1024 x 1448px), zusätzlich gibt es noch eine sensorische Home-Taste. Neu im Vergleich zum Vormodell ist vor allem eine neue integrierte Beleuchtung. Im Laufe des Tages wechselt die Farbe des Lichts vom bläulichen langsam ins gelbliche, was besseres Ein- und Durchschlafen gewährleisten soll.

Geblättert wird per Wischen oder Tappen auf den Bildschirm oder durch ein Klopfen auf die Rückseite, wo die Konstrukteure einen entsprechenden Sensor platziert haben. “Tap2Flip” nennt sich diese alternative Blätterfunktion. Eine weitere Besonderheit ist die Wasserdichtheit.

Im Tolino Vision 4 HD Test wusste das Gerät zu überzeugen (Note 1,4). Text ist knackig scharf und kontrastreich, die eBook-Lektüre macht Spaß. Die Qualität der Textanzeige ist hoch, die Firmware ist nach drei Jahren sehr ausgereift und komfortabel nutzbar. Und auch der neue Blaulichtfilter wusste zu gefallen, wobei der Nutzwert im sprichwörtlichen Auge des Betrachters liegt.

Anlass zur Kritik gibt es beim Tolino Vision 4 HD kaum. Zur Anzeige von PDF-Dateien ist der Sechs-Zoller kaum zu gebrauchen, das gilt für alle anderen dedizierten Lesegeräte aber auch. Bei den Firmware-Funktionen und der Auswahl im integrierten eBook Store hat Amazon immer noch leicht die Nase vorn. Und im Vergleich zum Vormodell sind die Innovationen überschaubar – wer bereits einen Tolino Vision 3 HD sein Eigen nennt, kann sich die Investition sparen. Alle anderen erhalten mit dem Tolino Vision 4 HD aber einen hervorragenden und wirklich kompletten eBook Reader für einen fairen Preis.  

Tolino Vision 4 HD bei Hugendubel

Tolino Shine 2 HD

Tolino Shine 2 HD

Tolino Shine 2 HD

Der Tolino Shine 2 HD kam im Herbst 2015 in den Handel ist als Einstiegsmodell posititioniert. Das Gerät teilt sich die wesentlichen technischen Spezifikationen mit dem Topmodell Tolino Vision 4 HD, darunter ein hochauflösendes E-Ink-Carta-Display der neusten Generation sowie das Betriebssystem. Kompromisse müssen vor allem beim Äußeren und bei Zusatz-Funktionen gemacht werden. Auch fehlt der Blaulichtfilter. 

Anders als der Vision 4 HD verfügt der Tolino Shine 2 HD nicht über eine durchgehende Oberfläche, das Display ist leicht ins Gehäuse eingelassen. Das Gerät ist außerdem nicht wasserdicht und es gibt keine alternative Blättermöglichkeit durch Klopfen auf die Rückseite (“tap2flip”). Im Vergleich konnte der Tolino Vision 4 HD außerdem eine leicht bessere Anzeigequalität für sich verbuchen, obwohl beide Lesegeräte auf dem Papier das gleiche Display haben. Während die Deutsche Telekom das Panel des Tolino Vision 4 HD allerdings von Grund auf neu aufbaute, griff man beim Shine 2 HD auf eine Lösung von der Stange zurück.

Nichts desto trotz handelt es sich aber um einen wirklich ausgereiften und Lesespaß bescherenden eBook Reader, wie auch unser Tolino Shine 2 HD Test ergab (Note 1,8). Zum Preis von 119 Euro kostet der Tolino Shine 2 HD immerhin 60 Euro weniger als sein großer Bruder.

Tolino Shine 2 HD bei Hugendubel

Tolino Page

tolino-pageDer im Sommer 2016 in den Handel gekommene Tolino Page rundet die Modellpalette von Tolino nach unten hin ab. Zur unverbindlichen Preisempfehlung von 79 Euro ist der mausgraue “Page” deutlich günstiger als die Schwestermodelle Tolino Shine 2 HD und Tolino Vision 4 HD und bietet ein rundes E-Reading-Gesamtpaket. Abstriche müssen vornehmlich bei der Anzeigequalität gemacht werden.

Als Display kommt beim Tolino Page ein zeitgemäßes 6″ E-Ink-Carta-Display zum Einsatz, das allerdings nur magere 600x800px auflöst (167ppi). Damit ist die Anzeige deutlich grobkörniger als bei Vision 4 HD und Shine 2 HD, die beide 1448x1072px (300ppi) auf der gleichen Fläche anzeigen. Als erster und einziger Tolino hat der “Page” außerdem keine Beleuchtung an Bord, zur komfortablen Lektüre ist man also auf eine helle Umgebung angewiesen.

Der Tolino Page stellt für sich genommen ein rundes Gesamtpaket dar. Der Aufpreis von rund 40 Euro für den Tolino Shine 2 HD mit seinem wesentlich schärferen und vor allem beleuchteten Display ist allerdings sehr gut investiertes Geld.

Tolino Page bei Hugendubel

Tolino Firmware, Cloud und Lese-App

Alle Tolino-Lesegeräte verfügen über die gleiche Firmware (Betriebssystem). Bislang wurden auch immer sämtliche bislang erschienenen Modelle mit Firmware Updates bedacht, bis zurück zum 2013 veröffentlichten Tolino Shine. Weil alle Modelle über einen berührungsempfindlichen Bildschirm verfügen, gestaltet sich die Bedienung auch für technisch weniger affine Menschen meist von Beginn an sehr intuitiv.

Probleme gibt es am häufigsten bei der Anlage und Verknüpfung mit einer Adobe ID, die etwa für den Kauf kopiergeschützter eBooks aus “fremden” Stores sowie für die Nutzung der Onleihe notwendig ist. Auch die Verwaltung von Inhalten in der Tolino Cloud (Online-Speicher für gekaufte eBooks und eigene Dateien) und die Nutzung eigener Schriftarten können eine Herausforderung sein. Zu einigen typischen Fragestellungen haben wir auf lesen.net Anleitungen publiziert, die im Folgenden verlinkt sind.

Neben dedizierten Lesegeräten erfreuen sich auch Tablets und Smartphones für die Digital-Lektüre immer größerer Beliebtheit. In der Vergangenheit haben die einzelnen Tolino-Partner hier eigene Lese-Apps bereitgestellt, bündelten ihre Kräfte aber inzwischen und bieten seit 2016 eine einheitliche Tolino-App für alle Kunden an. Die jeweils aktuelle Version gibt es hier für iOS-Geräte und hier für Android-Geräte. 

 

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