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Studie: eReader-Nutzer mehrheitlich zufrieden

Wer (in den USA) bereits ein digitales Lesegerät sein Eigen nennt – allein beim Amazon Kindle 2 sollen es drei Millionen sein – ist damit zumeist auch zufrieden. Das ermittelten die Marktforscher der NPD Group bei einer Befragung von über 1000 amerikanischen Besitzern verschiedener eBook Reader Modelle. Die Ergebnisse legen nahe, dass unter den 93% sehr/hauptsächlich zufriedenen Befragten überproportional viele Kindle-Nutzer zu finden sind.

Als wichtigste Funktionalität eines eBook Reader wurde nämlich Wireless Connectivity (60%) genannt. Die Möglichkeit zur drahtlosen Befüllung des digitalen Lesegeräts offerierte zum Umfragezeitpunkt im November 2009 nur Amazon. Inzwischen haben allerdings auch Sony (Daily Edition) und Barnes & Noble (Nook) 3G-Reader im Sortiment, in den kommenden Monaten wird UMTS/WLAN durch eine wahre Flut weiterer Modelle wohl zum Standard-Feature ab der mittleren Preisklasse.

Wesentlich weniger wichtig ist eBook Reader Besitzern im Vergleich ein berührungsempfindlicher Bildschirm – nur 23% der Umfrageteilnehmer legen auf einen Touchscreen Wert. Die Relevanz variiert natürlich mit dem Nutzungsverhalten: Ist ein Touchscreen für die Lektüre von Belletristik nicht mehr als ein nice2have (und kann sogar ein Nachteil sein, siehe Sony Reader Touch Edition), gewinnt dieses Feature für die Navigation in Zeitungen und Zeitschriften an Bedeutung und ist für die Arbeit mit Texten sogar praktisch unverzichtbar.

Auch auf das Feedback zur Frage nach gewünschten Verbesserungen lohnt ein Blick. An erster Stelle steht hier nichts Hardware-Spezifisches, sondern der Wunsch nach mehr verfügbaren eBooks (42%). Selbst in den USA, wo praktisch alle Bestseller auch in digitaler Form zu haben sind und auch die Breite scheinbar stimmt, sind nur 46% der Befragten zufrieden mit der Auswahl. Dem stehen 39% gegenüber, die sich über Lücken im Sortiment beklagten.

qualcomm_mirasol_ebook_reader_prototype_6-540x434Im Vergleich verlieren selbst die derzeit von einem guten Dutzend Unternehmen entwickelten farbigen E-Paper an Bedeutung – „nur“ ein gutes Drittel der Befragten wünschte sich bei der Umfrage diese Technologie. Stehen entsprechende Geräte mit ausgereiften Color-Panels aber erst einmal zu vertretbaren Preisen in den Regalen (vsl. Ende 2010) und stimmt dann auch noch das Angebot an leicht beziehbarem Content wie Magazinen, werden die bunten Reader von Samsung & Co. sicherlich ihren Markt finden.

„Content is king“, lässt sich einmal mehr aus der Umfrage schlussfolgern. Der Erfolg elektronischer Lesegeräte steigt und fällt mit dem Angebot interessanter Inhalte – und ist ein Grund, warum eBook Reader im deutschen Alltag immer noch eine seltene Erscheinung sind. Wer an aktueller Belletristik interessiert ist und sich vor dem Reader-Kauf über das verfügbare Angebot schlau machte, sah sich noch im letzten Sommer mit einem äußerst überschaubaren Sortiment konfrontiert. Hier haben die meisten Verlage zwar mittlerweile nachgebessert; auf dem Weg zu einem attraktiven E-Buchhandel gibt es aber noch einige Klippen (Pricing, DRM, …) zu umschiffen.

Den Herstellern ist ihre Abhängigkeit von der Buchindustrie durchaus bewusst: Sony knüpfte schon lange vor dem Verkaufsstart seiner Reader-Familie vor einem knappen Jahr Konakte in die Verlagsbranche, warb um digitale Inhalte. (Unfreiwillig) Noch extremer ist es bei txtr: Die Berliner verkauft seit inzwischen einem halben Jahr digitale Literatur fast aller „Big Player“ in seinem Online-Shop, während das passende Lesegerät immer noch auf sich warten lässt.

txtr_reader_01Amazon änderte zwar die Reihenfolge (erst Rollout, dann Verlagskontakt), bemüht sich inzwischen aber zusehens um deutschsprachige eBooks. Diese Mühen wird Apple abgenommen – den Kaliforniern würden einige hiesige Verleger im iPad-Rausch ihre eBook-Rechte wohl auch bedingungslos überschreiben. Amazon hat dagegen in den USA trotz neuem Revenue Share Modell gerade erst schmerzhaft erfahren müssen, wer bei dem Thema am längeren Hebel sitzt; wie so oft kann aber auch hier keine Seite für sich alleine gute Geschäfte machen kann.

<via Engadget>

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Kommentare


Das Elektrobuch – eine Internet-Presseschau » Studie: eReader 8. Februar 2010 um 08:33

[…] ganze Text auf lesen.net Kommentare […]

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Reader-Studie: “Lesen allein genügt nicht” » Topnews » lesen.net 24. März 2010 um 12:55

[…] zum Nutzungs- und Kaufverhalten von elektronischen Lesegeräten bislang vornehmlich US-Studien Auskunft, hat sich nun endlich auch ein großes deutsches Marktforschungsunternehmen dem Thema angenommen. […]

Antworten

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