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yen

Meister

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21

Donnerstag, 7. März 2013, 11:11

Ich verstehe, dass seltenere Titel durch die Bestseller quersubventioniert werden. Man könnte also meinen, dass diese Subvention geringer ausfällt, wenn die Preise der Bestseller aufgrund eines Preiskampfes nach unten wandern, demnach müssten die selteneren Titel teurer werden um dies zu kompensieren. Aber sollte dieser Effekt nicht durch die Masse der Bestseller aufgewogen werden? Der Preis würde sich nach der Theorie von Angebot und Nachfrage doch beim Preis mit dem größten Umsatz einpendeln, oder etwa nicht? Und außerdem werden die Einkaufspreise ja weiterhin von den Verlagen festgesetzt, Rabatte muss der Handel ja auf die eigene Kappe anbieten.
Jeder Hersteller kann Preise festsetzen wie er möchte. Nur ist es fraglich, ob er es auch dafür verkauft.
Ich möchte einmal die Verlage erleben, wie sie Amazon den Rücken kehren und sagen: wir geben ihnen keinen Rabatt mehr. Amazon ist nicht zimperlich und hat schon das Angebot ganzer Verlage aus dem Sortiment geschmissen. Thalia hat die Verlage auch nicht mit Samthandschuhen angefasst.
Die Händler werden in einen Preiskampf um die günstigsten Angebote bei Bestseller einsteigen und sich einen Verdrängungswettkampf liefern. Das lässt die Margen sinken und sie werden versuchen ihre Rabatte von den Verlagen auszuweiten. Die Verlage stehen zwei, drei großen Anbietern gegenüber, denen sie sich nicht verweigern können. Nun müssten sie den Verkaufspreis erhöhen. Was der Kunde nicht annehmen wird.
Ich sehe die Verlage hier in einer Zwickmühle, die sie nur umgehen könnten wenn sie sich zusammenschließen und eine gemeinsame Position bei den Preisen und Rabatten durchsetzen. Das könnte dann allerdings kartellrechtlich Probleme aufwerfen.

magicq99

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22

Donnerstag, 7. März 2013, 11:22

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht macht es doch für einen Verlag wie Random House gar keinen Sinn ein Buch zu veröffentlichen, von welchem er ausgeht, dass es sich nicht amortisiert.

Ich glaube so kurzsichtig denken die nicht. Denn die Verlage können auch nicht vorhersehen wer der Bestseller der Zukunft sein wird. Selbst wenn bei einem neuen und bisher unbekannten Autor das Honorar für sein Erstwerk höher ausfällt als der Gewinn aus dem Verkauf, ist das für den Verlag zunächst nicht schlimm. Denn so können die Verlage das Potential ausloten und schon eines seiner nächsten Werke könnte ein Bestseller werden.

Genau das ist doch das Geschäftsmodell der Verlage. Die sind ständig auf der Suche nach dem nächsten Frank Schätzing, den müssen sie aus der Masse der Autoren aber erstmal finden. Dabei verlassen sie sich auf ihre Agenten (oder wie auch immer man die nennt) die behaupten eine gewisse Nase dafür zu haben. Unterm Strich aber subventionieren sie die noch unbekannten Autoren durch die schon etablierten Bestseller.

Die Musikindustrie macht es genauso, ganz ohne Preisbindung. Nach meinem Verständnis ist die Preisbindung nicht für die Quersubventionierung verantwortlich, das behaupten die Verlage nur.

Die Preisbindung zielt aber auf die Händler ab. Sie soll ganz einfach verhindern, dass ein Händler sich sagt "hey, ich habe nur so und so viel Quadratmeter Regalfläche. Warum fülle ich die nicht einfach komplett mit Bestsellern, die ich mit deutlichem Rabatt verkaufe. Meinen Gewinn mache ich dann durch die Masse" Genau das verhindert die Preisbindung, da er diese Rabatte eben nicht gebend darf. Dadurch wird er auch andere Bücher in sein Regal stellen, um eine möglichst breite Masse an Kundschaft anzulocken.

Aber meiner Meinung nach ist dieses Argument beim digitalen Vertrieb hinfällig, da ein Händler hier beides machen kann. Er kann sowohl tausende Beststeller billig verkaufen, als auch Nischenbücher anbieten die sich nur gelegentlich verkaufen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Verkaufsraum hat er dadurch keine höheren Lagerkosten.

magicq99

E-Book Beginner

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23

Donnerstag, 7. März 2013, 11:28

Warum sollten bestimmte Titel durch einen Wegfall der Buchpreisbindung teurer werden? Die Preise werden ja nicht durch irgendeine Kommission "von oben herab" festgesetzt, sondern von den Verlagen selbst.
Bei Wegfall der Buchpreisbindung kann der Händler selbstverständlich den Preis höher oder niedriger ansetzen als vom Verlag vorgegeben. Kann er teurer verkaufen, ist es sein Gewinn, verkauft er niedriger, muss er mit vermindertem Gewinn leben.

Aber das macht doch keinen Sinn. In so einem Fall würde doch auch der Verlag den Preis erhöhen, er will den Gewinn in diesem Fall doch nicht dem Händler überlassen. Der Verlag wird doch seinen Händlerpreis nicht niedriger belassen, wenn er weiß das der Marktwert am Ende höher ist. Und die Händler stehen auch untereinander im Wettbewerb, da hat der billigere in der Regel den Vorteil.

Klar ist das theoretisch so möglich wie du das sagst, aber ich bezweifle das sich dies in der Praxis so zeigen wird. Die Händler haben da doch keinen Spielraum nach oben, im Gegenteil, die haben eher den Druck so billig wie möglich zu sein. Ein Wegfall der Preisbindung würde meiner Ansicht nach eher eine Rabattschlacht der Händler bewirken (Vor allem durch Amazon).

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