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txtr.com: Schon jetzt eine (bedingte) Empfehlung

txtr_screen1Die Berliner Betreiber der Lesecommunity txtr.com machten bislang hauptsächlich mit ihrem in Entwicklung befindlichen Lesegerät – dem txtr Reader – von sich reden. Zur Frankfurter Buchmesse im Oktober soll der mit WLAN- & UMTS-Modul bestückte Sechs-Zoller verfügbar sein, den drahtlosen Zugriff auf über eine Million kommerzielle wie kostenlose Texte ermöglichen.

Obwohl noch „beta“, ist auch das Portal txtr.com schon heute einen Besuch wert. Denn in einigen Nischen ist das Angebot bereits beachtlich. Wo die Datenbank vom Project Gutenberg im Bereich deutschsprachiger Klassiker noch Lücken aufweist, haben txtr-Nutzer viel Lesenswertes zusammen getragen.

txtr_screen2Alle (öffentlichen) Dokumente sind auch ohne eine Anmeldung frei zugänglich. Die Registrierung hat den Vorteil, gefundene Inhalte besser strukturieren zu können. Textsammlungen einzelner Autoren (Karl May) oder zu einem bestimmten Genre oder Thema (Trash Fiction) – erstellt immer von einzelnen Nutzern – können in Gänze mit einem Klick aufs persönliche Dashboard gezogen werden. Alternativ lassen sich auch nur einzelne Texte via Drag’n’drop in den eigenen Ordner kopieren.

Inhalte werden via txtr Dokumten-Reader direkt im Browser angezeigt. Das Tool bietet grundlegende Funktionalitäten wie Zoom und einen Vollbildmodus, Texte können hier auch direkt kommentiert werden. Spannend für eReader-Besitzer ist die Möglichkeit, jeden Text im „Upload-Format“ (zumeist pdf, vereinzelt doc) herunterzuladen.

Negativ ist die Zugänglichkeit des Angebots. txtr bietet keine Kategorisierung, die einzige sinnvolle Navigationsmöglichkeit stellt die Suchmaske dar. Es gibt zwar bereits die Option einer Betaggung der Texte, die Schlagworte sind aber noch nicht gebündelt.

Zum Stöbern lädt txtr momentan also nicht ein – man sollte wissen, was man möchte. Wenig hilfreich ist hier auch die „ähnliche Dokumente“ Funktion, die offenbar ausschließlich nach dem Schriftsteller matcht.

txtr_reader_04Zudem krankt die Plattform wie Xinxii an der noch sehr geringen Nutzerzahl (1040 Anmeldungen, darunter viele Inaktive) – Bewertungen und Kommentare sind absolute Mangelware. Mit dem Launch des txtr Readers könnte sich das aber schnell ändern, wenn den Betreibern eine stimmige Vernetzung von Hardware und Plattform gelingt.

Wer auf txtr.com ein „last.fm für Texte“ vermutet, wird also – noch – enttäuscht. Mit der Vernetzung ist es noch nicht weit her, Lesenswertes von unbekannten Autoren entdeckt man allenfalls zufällig. Grundgerüst und Konzept der Lesecommunity sind aber schon jetzt stimmig: Optimieren die Berliner bis Oktober noch die Zugänglichkeit und ermöglichen einen unkomplizierten Zugriff mit dem txtr Reader, könnte die Plattform richtig aufblühen.

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Kommentare


spalanzani 14. Juni 2009 um 14:00

Danke für das Feedback — die meisten Sachen, die Dir fehlen, fehlen uns auch und sind in Arbeit. Bis zum Herbst wird Stöbern jedenfalls sehr viel besser funktionieren.

Wir haben in den letzten Monaten vor allem die Tools für das Organisieren von Texten gebaut — also: Clippen aus dem Web, Einsortieren, automatisch vom Desktop synchronisieren, etc. Das Stöbern in den Textsammlungen der andern steht als nächstes auf dem Plan und wird in jedem Fall fertig, bevor der Reader kommt.

Die genannte Userzahl stimmt übrigens nicht. Wir sind noch nicht ganz last.fm, aber ein paar mehr sind es schon. Wir cappen bloß die Usersuche bei knapp über 1000…

Was die stimmige Vernetzung angeht: Davon kannst Du ausgehen… es gibt einen Grund, warum wir die Tools fürs persönliche Textmanagement zuerst gebaut haben. (grinst)

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Johannes 14. Juni 2009 um 18:59

Danke für die Korrektur, hab‘ das oben mal durchgestrichen. Bin wie gesagt mächig gespannt auf Reader & Beschaffenheit der Plattform im Herbst, das kann was werden – mindestens ein zweites Scribd, vielleicht sogar ein zweiter Kindle (Store) :)

Ciao
Johannes

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Scribd: “YouTube für Texte” » Fundgrube, eBooks » lesen.net 23. Juni 2009 um 14:53

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