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[Update: Malware] Vorsicht vor Calibre.de

Die kostenlose eBook-Verwaltung Calibre ist das mit weitem Abstand beliebteste und meistgenutzte Tool von Digital-Lesern. Für den Bezug der Software gibt es eine Vielzahl von Quellen. Zum Bezug sollte die „naheliegende“ Option calibre.de allerdings gemieden werden, will man nicht früher oder später ungebetenen Besuch auf seinem PC haben.

[Update 07.03.16: Inzwischen ist die auf calibre.de zum Download angebotene angebliche Windows-Version von Calibre durch einen Adware-Installer ausgetauscht worden. Darum an dieser Stelle noch einmal eine ausdrückliche Warnung vor calibre.de plus der Rat, die aktuelle Version der Verwaltungssoftware am besten ausschließlich direkt von der Entwicklerseite calibre-ebook.com zu beziehen.]

Ursprünglicher Artikel vom 19.11.2016:

Als Open-Source-Software darf Calibre kostenlos weiterverbreitet werden. Von diesem Angebot macht eine Vielzahl von Online-Seiten auch in Deutschland Gebrauch. Neben der offiziellen Seite calibre-ebook.com gibt es die aktuelle Version 2.44 für PC, Mac und Linux auch bei Chip.de, bei Computerbild.de, bei heise.de und in zahlreichen weiteren Software-Archiven.

Scheinbar offizielles Angebot ohne Impressum

Und da ist auch noch Calibre.de. Die Seite erweckt den Anschein eines offiziellen Angebots, zitiert sogar vier begeisterte Kunden (die bemerkenswerterweise alle denselben Komma-Fehler machen). Auf der Seite gibt es etliche Informationen über das Produkt – was allerdings fehlt, sind Informationen zum Betreiber. Kontaktdaten gibt es nicht, ebenso wenig ein Impressum.

calibreEine Überprüfung der Domain bei der Vergabestelle Denic gibt Auskunft. Demnach gehört die Domain seit rund zwei Monaten einer gewissen Martina Kalinka, wohnhaft in der Marseiller Strasse 2 in 20355 Hamburg. Dass dies eine zustellfähige Anschrift ist (und ein echter Name), darf bezweifelt werden. Es handelt sich um die Postadresse des bekannten Radisson Blu am Hamburg Dammtor. Das Hotel hat zwar 27 Etagen und 556 Zimmer, aber weder Wohnungen noch Büroflächen.

Bündelung mit hartnäckiger Adware

Chrome-Warnung vor sopcast.de

Google Chrome Warnung vor sopcast.de

Was führt Frau Kalinka mit calibre.de im Schilde? Dazu genügt ein Blick auf sopcast.de, eines von zahlreichen weiteren Projekten der umtriebigen Hamburgerin. Auch diese Seite erweckt den Anschein einer offiziellen Präsenz. Wer sich die hierzulande vorwiegend zum Live-Streaming von Sportereignissen genutzte Gratis-Software auf sopcast.de herunterladen möchte, holt sich neben Sopcast allerdings auch noch die berüchtigte Adware DomaIQ auf den Rechner. DomaIQ nistet sich tief im System und in den installierten Browsern ein, „bereichert“ das persönliche Surferlebnis mit großflächigen Werbeanzeigen und lässt sich nur extrem wiederwillig entfernen.

Download von Calibre nur aus offizieller Quelle

Beim Aufruf von sopcast.de mit gängigen Browsern kommt inzwischen eine Sicherheitswarnung, die Party ist hier für Frau Kalinka also vorbei. Auf Calibre.de sind die Downloads aktuell noch sauber (wenngleich nicht die aktuelle Version angeboten wird, sondern das veraltete Release 2.38). Es scheint aber nur eine Frage der Zeit, bis auch hier der Schalter umgelegt wird. (siehe Update oben) Das Geschäftsmodell ist offensichtlich.

Digital-Leser sollten diese Quelle unbedingt meiden und sich Software am besten grundsätzlich direkt vom Hersteller herunterladen, im Fall von Calibre ist das calibre-ebook.com. Schindluder mit kostenlosen Software-Downloads hat eine lange Tradition (Warnseite von OpenOffice aus 2010) und lässt sich leider nie ganz abstellen. Umso wichtiger ist hier eine große Achtsamkeit.

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