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3D-(e)Books in Entwicklung

bbbookWer elektronischen Lesegeräten skeptisch bis ablehnend gegenüber steht, begründet das häufig mit dem fehlenden haptischen und olfaktorischen Erlebnis eines gedruckten Buchs. Viele Hersteller bieten (unter anderem) darum optional erhältliche oder sogar mitgelieferte Ledercover für ihre eBook Reader, schaffen damit aber natürlich keine ganzheitliche Imitation. Mittels Augmented Reality könnten alte und neue Medien für Liebhaber des Print-Erzeugnisses nun doch noch eine friedliche Symbiose eingehen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von einem entsprechenden Projekt in Südkorea, im Rahmen dessen schon mehrere Kinderbücher erfolgreich „zum Leben erweckt wurden.“ Ganz ohne Extra-Hardware geht es allerdings nicht: Für das volle Entertainmentpacket wird eine 3D-Brille benötigt, in der offenbar eine ganze Menge Technik steckt.

Denn die Koreaner geben sich nicht mit simplen 3D-Effekten a là Avatar zufrieden: In den Kinderbüchern fliegen Drachen feuerspeiend über riesige Berge, Boote schippern über weitläufige Gewässer – alles untermalt mit ebenfalls dreidimensionalen Soundeffekten. Mit jedem Seitenwechsel lässt sich somit eine neue (begrenzt interaktive) Unterhaltungswelt entdecken, welche automatisch durch den visuellen Kontakt der Brille mit gedruckten Strichcodes aktiviert werden. Die Animationen bewegen sich sogar automatisch mit, wenn das Buch in eine andere Position gebracht wird.

Wie so oft – bei Kinderliteratur in besonderem Maße – sind es aber zwei Paar Schuhe, was technisch möglich und was (pädagogisch) erwünscht beziehungsweise empfehlenswert ist. Bei den Kollegen von Basic Thinking haben sich bereits besorgte Eltern zu Wort gemeldet, die sich um das Phantasievermögen ihrer Kinder sorgen. Hier stellt sich in der Tat die Frage nach der Sinnhaftigkeit, wenn dem Nachwuchs das Imaginieren von literarischen Märchenwelten künftig abgenommen wird – der Schritt vom 3D-Buch zum Film ist nur noch ein Kleiner.

phonebook_3Die Entscheidung „2D oder 3D“ wird sich allerdings so schnell noch nicht stellen: Bis zur Marktreife dauert es den koreanischen Forschern zufolge noch „eine Weile“. (Wesentlich unspektakulärere) Hybridformate aus Buch und Multimedia sind allerdings schon heute Realität bzw. stehen unmittelbar vor der Tür: Genannt seien hier das iPhonebook sowie – in geringerem Maße – die Kinder-Reader von Fisher Price und VTech.

<via Gizmodo>

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Kommentare


Andrius Bentkus 29. März 2010 um 20:23

Crazy!
Das hat Potential, wird sich aber wohl nicht durchsetzen.

Antworten

Bigb0073 30. März 2010 um 07:04

Cooler Effekt für ne Präsentation oder Arworks!

Aber wie wenig Inhalt wird sich denn dann auf eine Seite quetschen lassen? Da wird ja sogar ein Kinderbuch 400 Seiten dick ;)

Wichtig sind neue Ideen aber allemal, da sie meist sowieso in abgewandelter Form oder Nutzen dann den Weg in den Handel finden.

ich stelle mir z.b. Lehrbücher in der Medizin oder Maschinenbau vor, das könnte richtig Sinn machen.

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Oliver 30. März 2010 um 12:57

Über die Sinnhaftigkeit von Neurungen kann man immer streiten. Aber wenn es um Inhalte geht, die sich erheblich besser oder gar nur mit Augmented Reality darstellen lassen, ist die Entwicklung aus meiner Sicht nicht aufzuhalten. Das gilt für komplexere Geräte aller Art. Ein tolles Beispiel mit einigen technischen Erläuterungen findet sich hier:
http://www.youtube.com/watch?v=w7gyP1ss9cc

Ich würde es meinen Kindern vielleicht auch nicht kaufen, aber marktreif ist es allemal (von wegen „dauert noch eine Weile“…):
http://www.youtube.com/watch?v=he5mZX1sRXk

Schön sind auch die anderen Beispiele aus dem youtube-Kanal zu 3D-animierten Spielkarten. Wäre es nicht faszinierend mit einem einzigen Kartenset vor einer Webcam viele verschiedene 3D-Spiele spielen zu können, indem sich auf den gleichen Karten je nach Voreinstellung je verschiedene Charaktere zeigen…?

Antworten

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