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eReader-Verbot auf Transatlantikflügen?

Amazon-Kindle-2-01.jpgIn Folge der versuchten Sprengung eines Airbus der US-Fluglinie Delta verschärfen in diesen Tage zahlreiche Fluggesellschaften ihre Sicherheitsvorkehrungen bei Transatlantikflügen. Einheitliche Regelungen gibt es noch nicht, zumindest in Einzelfällen soll aber auch schon die Nutzung eigener Unterhaltungselektronik generell untersagt worden sein – dedizierte Lesegeräte inklusive.

Die für die US-Luftsicherheit zuständige Transportaion Security Administration (TSA) spricht von bewusst variierenden Sicherheitsmaßnahmen. Wörtlich heißt es

Passengers flying from international locations to U.S. destinations may notice additional security measures in place. These measures are designed to be unpredictable, so passengers should not expect to see the same thing everywhere.

Zur Nutzung von Elektronik äußert sich die Behörde nicht, bislang ist entsprechende Technik aber noch nicht auf der Liste verbotener Gegenstände aufgetaucht. Ein generelles Elektronikverbot gehört aber ganz offensichtlich zum Repertoire der flexiblen Schutzvorkehrungen in der Luft, wie die Kollegen von Gizmodo recherchierten.

Zwei britische Airlines (BA und Virgin) bestätigten dem Online-Magazin Pocket Lint auf Anfrage, Elektronik dürfe auch bei Flügen in die USA weiterhin im Handgepäck an Bord genommen werden. Das schließt allerdings nicht aus, dass die Geräte unterwegs dann ausgeschaltet bleiben müssen.

Bei der Lufthansa darf man sich auf Transatlantikflügen generell nicht mehr zudecken und muss die letzte Stunde vor der Landung im Sitz verbringen, zudem sprechen Firmenvertreter von “zusätzlichen verdeckten Sicherheitsmaßnahmen.” Die Regelungen zum Handgepäck haben sich bislang noch nicht geändert, iPod & Kindle dürfen also erst einmal im Trolley bleiben.

Dass mitgebrachte “geschlossene” Elektronikprodukte ein potenzielles Sicherheitsrisiko darstellen, ist kaum zu bestreiten. Auf der anderen Seite können sich Transatlantikflüge ohne mediale Zerstreuung zusätzlich in die Länge ziehen – das Reiseerlebnis wird getrübt, was ebenfalls nicht im Sinne der Fluggesellschaften ist.

Der Königsweg könnte die Bereitstellung von Unterhaltungsangeboten durch die Airline sein. Sind Filme und Musik an Bord schon lange Usus, denkt die erste Fluggesellschaft inzwischen auch über den Verleih von elektronischen Lesegeräten nach. Das wäre ein eleganter Kompromiss zwischen Sicherheits- und Unterhaltungsbedürfnis, darf für die Fluggäste aber nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden sein. Den eigenen eBook Reader ausgeschaltet lassen zu müssen und dann auch noch für die Nutzung fremder Hardware zur Kasse gebeten zu werden, wäre kein Gewinn.

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