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Kindle MatchBook: Amazon schnürt eigene eBook-Print-Bundles

bundlesWer in den USA ein Printbuch bei Amazon gekauft hat, bekommt zukünftig das eBook für einen kleinen Aufpreis – oder gratis. Auf dem deutschen Markt könnte die Buchpreisbindung dem Projekt einen Strich durch die Rechnung machen.

Ab Oktober soll jeder, der ein gedrucktes Buch bei Amazon bestellt hat, das entsprechende eBook günstig dazukaufen können. Die Preise bewegen sich zwischen 0,99 und 2,99 US-Dollar, einige eBooks sollen sogar ganz kostenlos sein. Kindle MatchBook betrifft alle Käufe seit der Gründung von Amazon 1995, gilt aber nicht für gebrauchte Bücher.

Wer macht mit?

Da Amazon die Zustimmung der Verlage benötigt, werden zum Launch zunächst nur 10.000 eBooks bereitstehen, darunter alle Titel von Amazon Publishing. Welche Häuser mit welchen Büchern vertreten sind, darüber schweigt sich der Händler noch aus. Man lässt lediglich Autorennamenwie Ray Bradbury, Michael Crichton, Blake Crouch, James Rollins, Jodi Picoult, Neil Gaiman, Marcus Sakey, Wally Lamb, Jo Nesbø, Neal Stephenson und J.A. Jance fallen.

Wer im Kindle Direct Publishing-Programm seine Bücher selbst verlegt, hat die Wahl: Solange ein Titel auch gedruckt über Amazon verkauft wird, können die Autoren entscheiden ob und zu welchem Preis sie das zusätzliche eBook verkaufen wollen. Die Preise müssen jedoch im 0,00 – 2,99 Dollar-Bereich liegen und um mindestens 50 Prozent niedriger sein als der normale eBook-Preis. Wieviel davon in der Tasche der Schriftsteller landet, hängt von der Tantiemen-Option ab, die gewählt wurde: Erhält ein Autor 35 Prozent beim Verkauf des regulären eBooks, so erhält er auch 35 Prozent beim Verkauf des Zusätzlichen.

Preisbindung schnürt Kindle MatchBook die Kehle zu

Mit AutoRip hat Amazon eine ähnliche Praxis bereits seit Januar für Musik-CDs eingeführt: Wer eine physische Scheibe kauft, für den liefert Amazon die Mp3-Dateien gleich mit – umsonst. Nicht selten schießt sich das Unternehmen damit aber ins eigene Bein, nämlich dann, wenn die CD mit Mp3s günstiger ist als die Mp3s alleine.

AutoRip ist in Deutschland verfügbar, ob Kindle MatchBook es im Verlagsbereich schaffen wird (deutsche Indie-Autoren hat Amazon bereits auf MatchBook hingewiesen), steht noch in den Sternen. Da die Preisbindung auch für eBooks gilt, müsste Amazon die Verlage dazu bringen, selbst Bundles zu schnüren. Rechtlich gesehen würde es sich dann um Serienpreise handeln. Allerdings darf Amazon diese Pakete nicht exklusiv vertreiben, sie müssen allen Händlern zur Verfügung gestellt werden. Einzig für die nicht preisgebundenen englischen Titel würde Kindle MatchBook hierzulande problemlos funktionieren.

Den Wunsch der Leser würde man damit sicherlich erfüllen. Laut Amazon seien solche Bundles eines der am meisten nachgefragten Features in den USA und auch in Deutschland experimentieren bereits einige Verlage eBook-Bundles, etwa in Form von Gutscheincodes in Print-Büchern.

Ein Ziel von Amazon ist es sicherlich auch, weitere Kunden zum Kauf eines Kindles zu bewegen; wohl nicht umsonst startet Kindle MatchBook zeitgleich zur Auslieferung des neuen Kindle Paperwhite . Dann ist die Entscheidung zwischen Komfort und Haptik hinfällig, und das Argument „Ich kaufe mir keinen eBook Reader, weil ich meine Bücher ins Regal stellen will“ zählt nicht mehr.

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Kommentare


Andrea 5. September 2013 um 09:33

Mir erschließt sich der Sinn der Aktion nicht ganz. Vielleicht wenn man einen zweiten Wohnsitz hat… So hätte man das Buch im Reader immer dabei. Wozu aber dann die Papiervariante?

Antworten

Verena Tesar 5. September 2013 um 11:35

Für Leute wie mich, die ihre Bücher in “Bettbücher” (schwere Hardcover, schöne Bücher) und “Busbücher” (Bücher, bei denen es nicht schlimm ist, wenn in der Tasche mal der Kuli quer kommt) unterteilen, dann könnte ich auch das Bettbuch unterwegs noch lesen ;) Für Belletristik bevorzuge ich nach wie vor noch Papier, hab aber mein iPad (sprich: die Kindle-App) immer dabei. Extra Geld ausgeben würde ich aber vermutlich nicht, ich setze drauf, dass das ein oder andere englische Buch, dass ich bei Amazon bestellt hab, das eBook gratis dabeihat.

Antworten

Kindle MatchBook ¶ Vienna Writers Blog 6. September 2013 um 16:23

[…] Wer im Kindle Direct Publishing-Programm seine Bücher selbst verlegt, hat die Wahl: Solange ein Titel auch gedruckt über Amazon verkauft wird, können die Autoren entscheiden ob und zu welchem Preis sie das zusätzliche eBook verkaufen wollen. Die Preise müssen jedoch im 0,00 – 2,99 Dollar-Bereich liegen und um mindestens 50 Prozent niedriger sein als der normale eBook-Preis. Wieviel davon in der Tasche der Schriftsteller landet, hängt von der Tantiemen-Option ab, die gewählt wurde: Erhält ein Autor 35 Prozent beim Verkauf des regulären eBooks, so erhält er auch 35 Prozent beim Verkauf des Zusätzlichen. [Quelle: lesen.net] […]

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