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eBooks ● eReader ● eCommerce

20. August 2009 (Donnerstag) - von Johannes

Deutschland: ~65.000 eBook-Verkäufe im 1. Hj.

Topnews eBooks
Deutschland: ~65.000 eBook-Verkäufe im 1. Hj.

Nachdem sich Publisher wie Händler hierzulande mit der Herausgabe von absoluten Verkaufszahlen digitaler Literatur immer noch sehr zurückhalten, kommen die ersten halbwegs belastbaren Zahlen zum deutschen eBook-Markt aus der Marktforschung. Die renommierte GfK-Gruppe (ermittelt u.a. auch die TV-Einschaltquoten) legte heute spannende Daten zum deutschen eBook-Markt vor.

Demnach wurde in Deutschland im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 65.000x für eBooks Geld bezahlt. Der Großteil dieser Verkäufe dürfte dabei auf das zweite Quartal entfallen, kam der “Marktmotor” Sony Reader doch erst Mitte März in den Handel. Die Verlagsgruppe Randomhouse etwa vermeldete hierzulande seitdem mehr eBook-Umsätze als in den vorigen drei Jahren zusammen.

0d4e92b7-cb4e-468b-b44f-8f316dd1f1ea.jpgInteressant auch die weiteren Daten: Im Durchschnitt werden pro eBook rund 10 Euro ausgegeben. In den USA bietet Amazon (und bald auch Sony) die meisten eBooks für $9,99 an, auf diesem für die Verbraucher offenbar akzeptablen Niveau könnten sich die Preise auch hierzulande einpendeln.

Nachgefragt werden primär Belletristik und Ratgeber – Sparten, die auch im Printbereich gut laufen. Relativ gesehen profitieren aber am ehesten die Fachbuchverlage vom eBook-Handel, dort ist das Geschäft mit dem digitalen Buch häufig schon ein bedeutender Umsatzbringer.

Die GfK-Zahlen – künftig wie das US-Äquivalent quartalsweise publiziert – basieren auf einer Panel-Studie mit 20.000 teilnehmenden Verbrauchern, die dem Institut ihre Kaufgewohnheiten offenlegen. Die sich daraus ergebenden Hochrechnungen erlauben nun erstmals eine ungefähre Abschätzung des Marktvolumens von komerziellen eBooks in Deutschland.

Die Zahlen sind auch ein bisschen ernüchternd: Von einem sich in realen Umsätzen wiederspiegenden deutschen “eBook-Boom” ist momentan definitiv noch nicht zu sprechen. Das offenbart auch ein Blick über den Teich: In den USA verkauft allein Amazon pro Woche (!) schätzungsweise 10x so viele eBooks, wie hierzulande im gesamten ersten Halbjahr durch die Datenleitungen gingen.

Der eBook-Markt steckt also immer noch in den Kinderschuhen. Entscheidend für die weitere Entwicklung wird der Erfolg von im Herbst erwarteten eBook Lesegeräten der nächsten Generation (unter anderem von txtr und Vodafone) sein, die mit der Datenübertragung vom Netz direkt aufs Endgerät einen wichtigen Entwicklungsschritt darstellen. Parallel dazu muss digitale Literatur in einer Bandbreite und auf einem Preisniveau angeboten werden, dass wenigstens auf einem Niveau mit Taschenbüchern liegt.

<via Börsenblatt>

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Der Artikel "Deutschland: ~65.000 eBook-Verkäufe im 1. Hj." wurde am 20. August 2009 (Donnerstag) um 16:14 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt ist Chefredakteur und Betreiber von lesen.net.

10 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 20. August 2009
    16:43 Uhr

    Permalink

    Chräcker schreibt:


    Diese Zahlen sagen doch eigentlich (fast) gar nichts aus, weil es “die” deutsche Literatur gar nicht als eBook zu kaufen gibt. Wie soll es da einen eBook-Boom geben wenn man e-Book-Lesegeräte, aber kein nennenswertes Angebot an Lesefutter analog eines wenigstens Bahnhofs-Buchladens bekommt?

    Es wurde so wenig gekauft, weil es nur so wenig zu kaufen gibt. Das haben die Verlage also selbst in der Hand.

    Da können die Geräte meinentwegen demnächst auch Kaffee kochen und Videos aus dem Netz streamen. Praktischer werden sie ohne Futter dadurch nicht.



  2. 20. August 2009
    18:40 Uhr

    Permalink

    Dorn schreibt:


    Chräker, oben, hat recht. Ich habe selber einen “Kindle” von Amazon; lese hauptsächlich Bücher auf Englisch, weil es fast nichts auf deutsch gibt für das Gerät — doch ich habe zur Zeit eine ausgesprochene Lust, “Stiller” nochmal zu lesen, will aber mein Druckexemplar nicht mitschleppen. (Lesen: jeeeemand könnte mir ein zweites Exemplar verkaufen…)

    Wenn mehr Titel aus dem deutschen Sprachraum zu erhalten wären (auf Deutsch als Originalsprache), würde ich ernst darüber nachdenken, ob ich mir zusätzlich einen Sony Reader anschaffen sollte (da Kindle ziemlich begrenzt ist). Ich könnte eventuell eine bedeutende Menge Titel auf deutsch kaufen. Bin wahrscheinlich nicht die einzige, und die Anzahl Interessenten kann mit der Zeit nur wachsen.



  3. 20. August 2009
    19:48 Uhr

    Permalink

    Olivera schreibt:


    Ich finde klasse, dass es einen ersten Anhaltspunkt gibt, wie viele eBooks aktuell in Deutschland verkauft werden.

    Mit einem Vergleich mit Amazon.com wäre ich vorsichtig, weil die Zahl auf einer Schätzung beruht und nicht auf offiziellen Verkaufszahlen.



  4. 21. August 2009
    09:55 Uhr

    Permalink

    Tobias schreibt:


    Hallo zusammen,

    also ich bin der Meinung, dass die Zahlen schon gigantisch sind, gerade dann, wenn man zugrunde legt, dass die bestehenden Plattformen und Angebote alles andere als Optimal sind.

    Viele Grüße

    Tobias


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