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Bookfighting: Neuer "Trendsport" spaltet die Gemüter

In Frankreich beschmeißen sich überwiegend junge Menschen mit Büchern und nennen das eine Mischung aus Kampfsport und Aktionskunst. Außenstehende fühlen sich an dunkle Kapitel der Vergangenheit erinnert. Dürfen die vielen überschüssigen Print-Bücher derart zweckentfremdet werden, oder wird hier eine Grenze überschritten?

"Mit Essen spielt man nicht", heißt es gemeinhin (Gemüseschlachten gibt es trotzdem). Und auch Büchern haftet als Kulturprodukten etwas Erhabenes an. Für ausgelesene Bücher gibt es unzählige Wiederverwertungsmöglichkeiten abseits von Spenden, Wegschmeißen und Verkaufen (siehe auch 1 Cent pro Buch: Das Geschäft mit überschüssigen Buch-Spenden). Die Nutzung als Wurfgeschoss gehörte bislang aber noch nicht dazu.

Das scheint sich gerade zu ändern. In Frankreich fand im Mai das erste Bookfighting-Event statt, von dem die "Vice" berichtet. Rund 40 "Sportler" versammelten sich im Keller des bekannten Pariser Museum Palais de Tokyo, um sich – geschützt durch Schutzkleidung – mit alten Büchern zu bewerfen.

Im Gespräch mit Vice beschreibt der Initiator Yves Duranthon, der das Konzept schon im Jahr 2009 aus der Taufe hob, Bookfighting als "einen Kampfsport und einen Weg, Kultur neu zu inszenieren". Der neue Verwendungszweck der Print-Bücher sei eine Metapher zum digitalen Wandel, bedrucktes Papier ohnehin nicht mehr als ein Code.

Duranthon räumt ein, seine "Aktionskunst", er werde öfters mit Kritik konfrontiert, vorwiegend von älteren Menschen. Sie verweisen auf die Bücherverbrennungen der Nazis und darauf, dass durch’s Bücherwerfen Kultur beschäftigt werde. Jüngere Menschen – und natürlich die Teilnehmer – seien hier hingegen frei von Hemmungen.

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Kommentare


Lesen mit Links 13. Juni 2015 um 13:06

[…] Onlinehandel verlor sogar 3,1 Prozent. Werden Bücher demnächst nur noch als Trendsportaccessoire wie beim zweifelhaften Bookfighting Verwendung finden? VICE hat den französischen Initiator getroffen. Zum Glück gibt es auch noch […]

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