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Kobo startet eBook Flatrate Kobo Plus

Der E-Reading-Spezialist und frisch gebackene Tolino-Alliierten Kobo steigt ins Geschäft mit eBook Flatrates ein. Auf Kobo-Partner bol.com, Marktführer in Belgien und den Niederlanden, kann ab sofort unbegrenzt zum Fixpreis gelesen werden. Bei der Struktur von Kobo Plus orientiert sich Kobo an Platzhirsch Amazon – mit Folgen beim Sortiment.

Kobo: „Flatrate-Modelle heben ab“

Nach einer 30-tägigen Testphase kostet Kobo Plus die branchenüblichen 9,99 Euro im Monat. Dafür stehen BOL-Kunden 40.000 Titel zur Auswahl, darunter 16.000 in niederländischer Sprache. Das ist nur ein Bruchteil des BOL-Sortiments von gegenwärtig 2,4 Millionen eBooks, das Angebot soll aber stetig ausgebaut werden. Eine Lektüre der Flatrate-Inhalte ist über Apps für Tablets und Smartphones und auch über die eBook Reader der Kobo-Familie möglich.

Kobo Plus: eBook Flatrate für Tablets, Smartphones und eBook Reader

In der Pressemitteilung zum Start des Angebots lässt Kobo schon durchblicken, dass eine Erweiterung von Kobo Plus in weitere Märkte nur eine Frage der Zeit ist. So erklärt Pieter Swinkels, „wir glauben, eBooks sind [nach Musik und Filmen] der nächste Bereich, in dem Flatrate-Modelle abheben werden“.

Vergütungen aus „Flatrate-Pool“

Bei den Vergütungen für Content-Produzenten, also Verlage und Indie-Autoren, orientiert sich Kobo am Modell des großen Konkurrenten Kindle Unlimited von Amazon. Die Flatrate-Einnahmen gehen in einen großen Topf, der unter den Zulieferern nach einem „fair share model“ aufgeteilt wird. Das Fachblog The Digital Reader hat einen Autorenvertag publiziert, nach dem ein Titel ab 20 Prozent als gelesen und damit als vergütungsberechtigt gilt.

Mit dem Pool-Modell hält Kobo seine Ausgaben kalkulierbar. Im schwierigen Flatrate-Markt mussten bereits eine ganze Reihe von Anbietern ihre Angebote stark einschränken oder gar einstellen, weil ihnen die Kosten über den Kopf wuchsen. Scribd etwa nahm tausende Liebesromane aus dem Sortiment, die schlicht zu viel gelesen wurden. Der Anbieter kassierte nur einmal pauschal vom Kunden, musste aber jede Lektüre einzeln vergüten – die Rechnung ging nicht auf.

Kobo Plus steht dem gegenüber wirtschaftlich auf festen Beinen, durch das Pool-Modell werden die Erlöse für Verlage und Autoren bei Leihen aber immer signifikant geringer sein als bei Verkäufen. Ein Blick auf Kindle Unlimited illustriert die Folgen: Neben einigen eingekauften Leuchtturmtiteln wie Harry Potter, für die Amazon Spezialvereinbarungen mit den jeweiligen Verlagen getroffen hat, besteht das mehr als eine Million Titel fassende Sortiment fast nur aus Selbstverlegtem.

Kobo/Tolino Plus in Deutschland: Ohne massive Zuschüsse aussichtslos

Wenn Kobo seine eBook Flatrate auch nach Deutschland bringt, dann vermutlich im Tolino-Gewand, würden die Händler aber noch einiges Geld in den Pool zuschießen müssen. Denn die Masse von Kindle Unlimited wird Kobo Plus nicht erreichen können, die meisten Indie-Autoren haben sich exklusiv an Amazon gebunden.

Für die wenigen Tausend Self-Publishing-Romane von Tolino Media, Bookrix & Co. werden Digital-Leser aber keine 10 Euro monatlich in die Hand nehmen, wo es fürs gleiche Geld neben Kindle Unlimited doch auch Skoobe mit zehntausenden hochwertigen Verlagstiteln gibt (allerdings nicht zur Lektüre für dedizierte eBook Reader). Ohne kostspielig eingekaufte Verlagstitel würde Kobo/Tolino Plus hierzulande kein Land sehen.

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Kommentare


Garnatz 26. Juni 2017 um 13:03

Ich habe einen Tolino 2. Sind die bücher kompatibel? Kann ich über den PC die Bücher runterladen und dann auf den Tolino übertragen. Mit welchem Gerät muss ich mich anmelden. Gibt es eine Testphase?
Danke für die Antwort im voraus

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