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Kindle: Amazon sperrt Ausländer aus

kindle-2.jpgAuch zwei Jahre nach dem US-Rollout ist die Amazon Kindle Familie nach wie vor nur in den Vereinigten Staaten zu haben. Während ein Verkaufsstart in Großbritannien unmittelbar bevorstehen soll, ist hierzulande ein Rollout auf absehbare Zeit an (aus Sicht von Amazon) überzogenen Forderungen der Mobilfunkanbieter gescheitert.

Wer außerhalb der USA lebt und trotzdem einen Kindle sein Eigen nennt, konnte sich bislang immerhin über den Kindle Store mit Lesefutter versorgen. Der halblegale Workaround sah so aus, dass man mit ausgedachter US-Adresse einen amazon.com Account anlegt und eBooks über Geschenkgutscheine bezahlt. Die Literatur musste dann zwar über USB-Kabel (statt wireless) aufs Lesegerät übertragen werden, immerhin hatte man aber Zugriff auf das über 300.000 Titel starke Angebot – bis vorige Woche.

img_124442_amazon-kindle-2.jpgSeit wenigen Tagen checkt Amazon offenbar bei Kindle-Kunden ohne „1-Click-Purchase“ Option (also auch bei allen, die mit Geschenkgutschein bezahlen) die IP-Adresse. Deutet diese auf einen Aufenthaltsort außerhalb der USA hin, gibt das System statt dem eBook nur noch eine Fehlermeldung aus.

Auf diesem Weg möchte das Unternehmen weiterhin US-Bürgern ermöglichen, im Ausland Kindle-Books zu shoppen. Auf der Strecke bleiben nun aber Lesefreunde, die sich den eReader im Urlaub oder über einen amerikanischen Bekannten gekauft haben und sich bislang über günstige Preise und ein großes Angebot im Kindle-Store freuen konnten.

Natürlich kann auch die neue Sperre wieder umgangen werden, macht das Prozedere lediglich noch ein bisschen komplizierter. Amazon ist hier zwar Verursacher, aber nicht Schuldiger: Das Unternehmen hat mit den Verlagen lediglich Vertriebsvereinbarungen für die USA geschlossen, ist vertraglich zur Blockierung von Ausländern verpflichtet.

Solange Amazon sein Lesegerät nicht „offiziell“ nach Deutschland bringt, haben sich Kindle-Besitzer hierzulande also weiterhin mit technischen Restriktionen auseinander zu setzen. Der Nutzwert des Geräts, dessen Key Feature (Kauf und Download von eBooks übers Gerät) außerhalb der USA ohnehin nicht funktioniert, ist momentan aber eher gering. Zudem ist die im Kindle Store so beliebte Gratis-Literatur zumeist auch an anderer Stelle (z.B. Project Gutenberg) frei zugänglich.

story1Bis vor einem halben Jahr machte der generelle Mangel an hierzulande erhältlichen eReadern den Amazon Kindle 2 trotz funktionaler Einschränkungen für Deutsche attraktiv. Inzwischen gibt es aber eigentlich keinen Grund mehr zum Kindle-Import, mit dem iRiver Story kommt in diesen Tagen sogar ein Quasi-Klon des Lesegeräts aus Chicago in den deutschen Handel.

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Kommentare


MTravellerH 6. Oktober 2009 um 13:24

Das Problem scheint sich in Luft aufgelöst zu haben.

http://kindleworld.blogspot.com/2009/10/geographic-restriction-glitch-for-non.html

Amazon scheint im Zuge der „Umstellung“ ein „Glitch“ unterlaufen zu sein!

„This weekend’s problems are likely due to changes made in connection with an anticipated launch of the Kindle in the UK, which has had digital book restrictions also, and programming changes, too often, have untoward effects on other areas of similar code.“

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Johannes 6. Oktober 2009 um 13:34

Nicht ganz: Das gilt nur für Kunden mit hinterlegter US-Bankverbindung oderUS-Kreditkarte – worüber „Ausländer“ eben nicht verfügen. De facto handelt es sich hier ja auch nicht um ein Problem im Sinne eines Bugs, sondern um eine gewollte (bzw. gezwungene) Blockierung von Nicht-US-Bürgern.

Ciao
Johannes

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Tim 7. Oktober 2009 um 08:47

Jetzt wissen wir warum Amazon das gemacht hat, der Kindle 2 ist jetzt auch international bestellbar für 280 US-$. Große Message auf der dt. Amazon Seite…

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Deanna 7. Oktober 2009 um 11:12

Link zum internationalen Kindle: http://j.mp/1ecCQ5

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Amazon Kindle 2 kommt nach Deutschland » Topnews, eReader » lesen.net 7. Oktober 2009 um 11:29

[…] Einschränlungen für deutsche Kindle-Nutzer werden vergleichsweise gering sein. Über ein noch unbekanntes Roamingnetz vom Amazon-Partner AT&T kann kostenlos und […]

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