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Pebble Time: Neue Smartwatch macht farbiges E-Paper salonfähig

Das US-Startup Pebble, dessen gleichnamige Smartwatch die Geräte-Kategorie vor drei Jahren begründete, präsentierte am heutigen Dienstag eine runderneuerte zweite Generation. Die Pebble Time kommt mit einer frischen Oberfläche und ist dünner. Vor allem aber hat sie ein farbiges E-Paper-Display mit einer beeindruckenden Reaktionszeit.

Aufgrund des großen Erfolges – mehr als eine Million verkaufter Geräte bei praktisch keinerlei Marketing-Ausgaben – gesellten sich zur Pebble in den letzten anderthalb Jahren etliche weitere Smartwatches nahezu aller großen Elektronikhersteller. Besonders heiß erwartet wird derzeit die Apple Watch, der zugetraut wird, der neuen Geräteklasse zum Durchbruch zu verhelfen.

Problem: Akkulaufzeit

Alle Smartwatches mit Ausnahme von Pebble, das bislang auf ein Graustufendisplay setzte, haben allerdings mit dem Problem der Akkulaufzeit zu kämpfen. Viele grundsätzlich Interessierte scheinen nicht bereit, ein weiteres Elektronikgerät jeden Abend vorm Schlafengehen an die Steckdose zu hängen. Die Apple Watch hält angeblich nicht einmal einen ganzen Arbeitstag durch.

Lösung: Farbiges E-Paper

An diesem Punkt verspricht Pebble Abhilfe – erneut. Denn wie bei der Pebble Watch (und der in Stahl gekleideten Pebble Steel) kommt auch in der Pebble Time ein E-Paper-Display zum Einsatz, diesmal allerdings mit Farbe und mit Hintergrundbeleuchtung. Trotz dieser Beleuchtung verspricht Pebble eine Akkulaufzeit von „bis zu 7 Tagen“, was ein konkurrenzlos guter Wert wäre.

Kompromiss, der angenommen wird

Das Technikmagazin The Verge bekam bereits die Gelegenheit, Hand anzulegen an die Pebble Time. Das farbige E-Paper-Display, das 64 Farben darstellt, wird beschrieben als „deutlich kontrastschwächer, niedriger auflösend und blasser als Android-Wear-Geräte und die Apple Watch“. Es erinnere mehr an den Game Boy Color als an Smartphone-Panel. Immerhin: Die Reaktionszeit ist absolut auf LCD-Niveau.

pebble time farben

Mit diesem Kompromiss scheinen sehr viele Nutzer prima leben zu können. Über eine erst vor wenigen Stunden gestartete Kickstarter-Kampagne wurden bereits mehr als 3 Millionen US-Dollar eingesammelt. Wenn das inzwischen 130 Mitarbeiter starke Unternehmen die bestellbare Menge von knapp 50.000 Geräten nicht noch aufstockt, heißt es noch am heutigen Dienstag „sold out“.

Ausgeliefert wird die Pebble Time ab Mai 2015, auch nach Deutschland (mit dem Zoll gibt es hoffentlich diesmal weniger Probleme als bei der ersten Generation). Damit wird die Pebble Time vom Start weg das am meisten verbreitete Consumer-Gerät mit farbigem E-Paper. Die Vorteil-Nachteil-Rechnung (längere Akkulaufzeit auf Kosten schlechterer Kontraste) ist hier doch eine andere als bei dedizierten Lesegeräten wie dem Pocketbook Color, die in ihrer Kerndisziplin – der Ablesbarkeit von Text – gegenüber Graustufengeräten Federn lassen mussten.

Weg der Smartwatches noch ungewiss

ft app spritzBleiben die Fragen: Werden sich Smartwatches tatsächlich auf breiter Basis durchsetzen, und wofür werden sie genutzt? Pionier Pebble feiert mit der „Time“ erneut einen riesen Erfolg, bei vielen großen Elektronikherstellern stehen die Verkaufszahlen der eigenen Smartwatches aber in keinem Verhältnis zu den Erwartungen. Spätestens Ende dieses Jahres, nach ein paar Verkaufsmonaten der Apple Watch, wird sich beurteilen lassen, ob die Smartwatches in Nischenprodukt bleiben oder ob es tatsächlich eine breite Nachfrage über Technikbegeisterte hinaus gibt.

Genutzt werden Smartwatches derzeit vorwiegend für Notifications und für Activity Tracking (die Apple Watch misst bekanntlich sogar den Puls). Mittels Anzeigetechnologien wie Spritz können allerdings auch längere Textinhalte auf den kleinen Panels relativ zügig gelesen werden.

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Kommentare


E-Ink-Wandkalender Calou synct mit Google und iCloud » lesen.net 8. April 2015 um 12:10

[…] von 30 Tagen 1,4 Millionen Euro zusammenkommen. Zum Vergleich: Die farbige Smartwatch Pebble Time startete im Februar dieses Jahres bei Kickstarter mit dem Funding-Ziel von 500.000 US-Dollar (am Ende wurden […]

Antworten

Neue Sony-Smartwatch mit E-Ink-Display – und E-Ink-Armband » lesen.net 31. August 2016 um 13:00

[…] verhält es sich bei Smartwatches mit E-Paper-Displays, etwa von Pionier Pebble (sogar schon in Farbe). Hier genügen in der Regel ein bis zwei Aufladungen pro Woche – ein klares Komfort-Plus. […]

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