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eBook-Piraterie: Bundesweite Razzia gegen boerse.bz und boerse.to

Die zuletzt extrem öffentlichkeitswirksamen Ermittlungen gegen die deutschsprachige Piraterie-Szene haben den eBook-Warez-Bereich erreicht. Im Zusammenhang mit dem Forum boerse.bz beziehungsweise boerse.to, wo zehntausende eBooks zum illegalen Download angeboten werden, gab es am heutigen Dienstag mehr als 120 Hausdurchsuchungen.

Boerse.bz verzeichnete Anfang 2014 über 7 Millionen deutsche Besucher pro Monat, die meisten auf der Suche nach Mediendateien zum gratis Download. Neben Musik und Filmen gehörten dazu auch zahlreiche eBooks, nicht zuletzt aufgrund sehr guter Google-Rankings war „die Börse“ in den letzten Jahren wohl der beliebteste illegale Umschlagplatz für digitale Literatur.

Im Juli 2014 kam der Anfang vom Ende: boerse.bz sperrte deutsche Besucher aus, angeblich aufgrund von „Druck der Industrie“. Eine Nutzung der Download-Angebote war nur noch mittels VPN möglich; für einen wohl hauseigenen kostenpflichtigen Dienst wurde massiv getrommelt. Kurze Zeit später zog sich das komplette Team zurück, um wenig später unter boerse.to weiterzumachen – mit den kompletten Daten inklusive der 2,4 Millionen (!) Mitgliedern.

120 Hausdurchsuchungen, Verdächtige kooperationsbereit

Am heutigen Dienstag holte die Content-Industrie zum Gegenschlag aus. Es fanden 120 Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen statt, 400 Polizeibeamte waren im Einsatz. Das berichtet die Kanzlei Waldorf Frommer, die seit Jahren zahlreiche Content-Unternehmen beim Kampf gegen Urheberrechtsverstöße unterstützt (aus der Buchbranche etwa Random House/Bertelsmann). 300.000 tägliche Besucher hätten auf den Foren bislang Zugriff auf 370.000 „urheberrechtlich geschützte Werke“ gehabt, führt die Kanzlei aus, boerse.bz sei seit Jahren „das Synonym für professionell betriebene Internetpiraterie“ gewesen. „Den Verantwortlichen drohen im Falle einer Verurteilung hohe Geld- bzw. sogar Haftstrafen.“, heißt es seitens der Kanzlei. Die Kölner Polizei ließ in einer Pressemitteilung verlautbaren, „einige der Tatverdächtigen zeigten bereits Kooperationsbereitschaft“.

In den letzten Wochen machten Verhaftungen und Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit der Film-Streaming-Seite kinox.to Schlagzeilen. kinox.to ist allerdings weiterhin online und wird auch nach wie vor täglich aktualisiert. Auch die Börsen sind noch am Netz, wenngleich derzeit überlastet ob der großen medialen Bericherstattung (unter anderem von der Bildzeitung). Man darf gespannt sein, wie lange noch.

Auftrieb für legale Alternativen

Schon infolge des Wechsels von boerse.bz zu boerse.to sprachen wir von einer „neuen Chance für Verlage“. Unabhängig von der aktuellen Entwicklung bleibt es dabei: Die Buchbranche hat jetzt die riesige Chance, mutmaßlich Hunderttausende Lesefreunde zu zahlenden Kunden zu machen. Um einstige Boerse-Nutzer nicht in die Arme der nächsten Piratenseite zu treiben, braucht es freilich attraktive legale Angebote. In Form vieler kostenloser eBooks, Aktionsangebote und eBook Flatrates ist die Auswahl schon ansehnlich, an allen Fronten gibt es aber noch Luft noch oben.

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Kommentare


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[…] Zum Beitrag […]

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[…] Woche ging das Warez-Forum boerse.bz vom Netz, angeblich infolge der bundesweiten Hausdurchsuchungen bei Uploadern. Tatsächlich gab es auf der Seite schon lange zuvor keine illegalen Inhalte mehr, Nutzer und […]

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Hausdurchsuchungen bei Nutzern (!) von eBook-Download-Seiten » lesen.net 11. Dezember 2014 um 12:13

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