14. Oktober 2009 (Mittwoch) - von Johannes
txtr Reader: 319 Euro, “vor Weihnachten”
Der Verkaufsstart vom txtr Reader – Rufname “Berliner Kindle” – entwickelt sich zur Hängepartie. Statt wie geplant unmittelbar nach der Buchmesse wird der lange erwartete Sechs-Zoller erst zur späten Weihnachtszeit (angepeilt ist der 15.12.) an deutsche Vorbesteller ausgeliefert. Kostenpunkt: 319 Euro.
Diese Eckpunkte gab das Unternehmen soeben auf dem Frankfurter Messegelände im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Die Verzögerung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Amazons Kindle 2 hat damit auf dem deutschen Markt mindestens anderthalb Monate Vorsprung (zur Umfrage “Kaufst du dir einen Kindle 2?“)
Immerhin hat txtr anders als die Amerikaner schon heute etliche deutsche Contentprovider im Boot, unter anderem die Holtzbrink-Verlage und DRM-freie Titel von der O’Reilly Gruppe. Zusammen mit den freien Community-Dokumenten auf txtr.com kommt die Plattform bereits heute auf die Zielmarke von einer Million Texte überwiegend in deutscher Sprache. Einzig das Lesegerät fehlt.
Nutzer werden mit dem eBook Reader kostenlos im txtr Store einkaufen können, Mitte Dezember sollen hier 20.000 komerzielle eBooks zur Auswahl stehen. Auf der mitgelieferten 8 Gbyte Speicherkarte sind Langenscheidt-Sprachführer (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch) sowie zehn Polyglott Cityguides als Vollversionen inklusive, hinzu kommen diverse Leseproben.
Für den Online-Zugriff auf kostenlose Literatur (zum Beispiel die bereits syndizierten Project Gutenberg Dokumente) ist dagegen der eines Abos nötig. Je nach Vertragslaufzeit fallen monatliche Gebühren von 12 Euro (12 Monate) bzw. 15 Euro (3 Monate) an, was im Vergleich zum (in den USA) kostenlosen Kindle-Store durchaus ein Kostenfaktor ist. Im Zuge sinkender Datenpreise sollen aber auch die Abo-Gebühren im Laufe der Zeit fallen, versprach ein txtr-Sprecher bereits heute in Frankfurt.
<via txtrblog & Buchreport>
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Der Artikel "txtr Reader: 319 Euro, “vor Weihnachten”" wurde am 14. Oktober 2009 (Mittwoch) um 13:05 Uhr von
Johannes geschrieben.
Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.
16 Kommentare
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14. Oktober 2009
13:51 Uhr
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Leser schreibt:
319 Euro plus 144 Euro für das Jahresabo = 463 Euro. Viel Geld – zumal die Rechnung nur für rechtefreie Texte gilt.
Also besser ohne (Funk-)Abo und per Drag&Drop draufziehen…
Man darf gespannt sein, ob die Masse die Lesegeräte kauft und alle 2 Jahre ein neues Gerät will, weil Generationswechsel wieder mal in der Technik ansteht…
14. Oktober 2009
13:52 Uhr
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Leser schreibt:
kleiner Nachtrag:
Die technischen Daten des txtr sind genial und die Bedienung vorbildlich.
Weiter so und viel Erfolg!
14. Oktober 2009
21:03 Uhr
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Tissi schreibt:
Das ist allerdings echt schade, dass sich der Verkaufsstart verschiebt.
Ich war schon ganz gespannt auf das Gerät. Die Online Funktion ist ebenfalls aufgrund der Abo-Preise kein gelungenes Konzept.
Zudem finde ich den Preis von 319 € auch recht hoch. Überhaupt sind die Geräte auf dem ebook-reader Markt überteuert. Für diese Preise bekommt man vergleichsweise ein gutes Netbook, mit wesentlich mehr Funktionen und Bedienungsmöglichkeiten.
Es kann doch nicht sein, dass die e-Ink Technologie so teuer ist…echt unverschämt.
15. Oktober 2009
09:29 Uhr
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Johannes schreibt:
Naja, für 180 Euro (Sony Reader bei BOL.de mit Gutsfchein) bekommst du sicherlich nicht “ein gutes Netbook”, das finde ich schon einen konkurrenzlosen Preis. Das e-Ink Display macht den Reader tatsächlich erst so pricy, der OEM-Preis eines 6″ Panels liegt bei rd. $100.
Ciao
Johannes
15. Oktober 2009
10:53 Uhr
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Tissi schreibt:
Na ja der Sony Reader ist mittlerweile 2 Jahre alt und der “Preissturz” kam ja auch erst etappenweise.
Daher ist die Technik völlig veraltet, so z.B. der langsame Seitenaufbau.
Für so ein Gerät würde ich keine 180 € mehr ausgeben, geschweige dieses Angebot auch noch für günstig zu halten.
MfG
15. Oktober 2009
11:22 Uhr
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Tim schreibt:
Beim Lesen eines Buches stört mich der Seitenaufbau gar nicht, auch wenn ich dies erst ebenfalls für problematisch hielt…
15. Oktober 2009
13:45 Uhr
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Svenn schreibt:
Finde dieses Gerät reichlich uninteressant in Preis/Leistung.
Für schon deutlich weniger Geld bekomme ich einen Kindle mit Tastatur und Notiz Funktion, die meiner Meinung nach viel wert ist.
Brauche ich keine Anbindung an ein Shop… sehe echt nicht so den Sinn darin…, dann gibt es schon mehrere Geräte die für weit weniger Geld weit mehr bieten.
Noch dazu ist trotz der langen Entwicklungszeit die Software noch absolut unausgereift. Fürchte, dass auch hier mit Problemen zu rechnen ist, wenn sie es bis jetzt noch nicht geschafft haben eine stabile Software für diese wirklich mickrigen Ebook Reader Funktionen zu liefern. Würden die Leute ein wenig denken, würden sie Android ein wenig anpassen und mit weit weniger Arbeit die innovativste Software unter den Readern haben. Dann würde aber immer noch die Tastatur fehlen ;-)
Also: txtr, ohne mich…
15. Oktober 2009
19:28 Uhr
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Tissi schreibt:
Zum Thema Preis der eInk Technologie:
Ich habe gerade einen Kommentar gelesen, in dem gesagt wird, dass die Produktion eines eInk Bildschirm bzw. Materialien Cent Beträge kosten.
“To put it in the description that was given to me by several members of the e-ink team, most of the build materials for e-ink cost pennies on the dollar, making e-ink cheap enough to manufacture, that people will be able to wallpaper their homes with the stuff.”
Das kann ich mir gut vorstellen, müsste da jedoch weiter recherchieren.